Fußsohlenschmerzen
chronische Fußsohlenschmerzen, Schmerz an der Fußsohle bzw. Fußsohlen
(Viele weitere Schmerzthemen unten auf dieser Seite)

13. Extremitätenschmerz (Gliederschmerz)
       13.2 Beinschmerz              
               13.2.3 Fußschmerz  
                           13.2.3.2 Fußsohlenschmerzen

1) Krankheiten / Störungen bei denen Fußsohlenschmerzen als 
    einziges Krankheitszeichen vorhanden sind:

2) Krankheiten / Störungen bei denen u.a. auch Fußsohlenschmerzen als 
    Krankheitszeichen vorhanden sind:

Zu 1)

Bei der Fascii tis plan taris liegt eine En tzündung der bindegewebigen Platte der Fußsohle vor. Diese Fußschmerzen sind gekennzeichnet durch eine Druckschmerzhaftigkeit des Fersenbein s sowie ausstrahlenden Fußsohlenschmerzen.
Bei hartnäckigen und anhaltenden Fußsohlenschmerzen ist die unten* aufgeführte Blockademethode hilfreich. 

Hinteres Tarsaltunnels yndrom
Dorsal (= hinter) und kaudal (= unterhalb) des Fuß innenknöchels verläuft der Nerv tibialis posterior in einem Kanal (Ta rsaltunnel), bedeckt vom Retinaculum musculorum flexorum (= ein Halteband). Ein örtlicher Kompressionsschaden des Nervs (Kompressionssyndrom) führt zum
Tarsaltunnels yndrom.
Neben einem Schmerz und Parästhesien
(= Mißempfindungen) im Bereich der (eher hinteren) Fußsohle, vor allem beim Gehen und nachts, kommt es im weiteren Verlauf auch zu sensiblen (= die Empfindung betreffende) und motorischen (= die Muskeltätigkeit betreffende) Ausfällen. In typischer Weise besteht ein Druckschmerz hinter dem Malleolus (= Fußknöchel)
.

Therapie: Druckentlastung, operative Spaltung des Retinaculums (= Halteband) oder auch operative Neurolyse (= Nerven freilegung).

Verbleiben dennoch weiterhin Fußsohlenschmerzen sind im Rahmen der therapeutischen Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) wiederholte Blockaden des Nervus ischiadicus hilfreich, optimal kontinuierlich mit Katheter (*siehe unten).

Zu 2)

Als Ursache wird beim Bur ning-feet-Syndrom eine Hypovitaminose (= Vitaminmangel) (Pantothensäure-, Nicotinsäure-, Aneurinmangel (= Vitamin B)) oder Mangel an Mineralien (z.B. Magnesium) im Gefolge von Stoffwechsel- oder auch Ernährungsstörungen vermutet. 
Die mikroskopische Gewebeuntersuchung zeigt gefäßbedingte anoxämische
(= durch Sauerstoffmangel hervorgerufene) Schädigungen peripherer Nerven.
Das
Bur ning-feet-Syndrom ist gekennzeichnet durch nächtliche (bei Bettwärme auftretende, durch Kühlung linderbare) Anfälle schmerzhaften Brennens der Füße bzw. beider Fußsohlen, evtl. begleitet mit vegetativen und trophischen Störungen (z.B. örtliche Schweißbildung bzw. Hautschuppung), Muskel verspannung u. Nervenreizzuständen (Polyneuropathie). 
Zur Therapie dieser Fu ß- bzw. Fußsohlen-Schmerz en kann eine Substitutionstherapie
(= Behandlung durch künstliche Zufuhr dem Körper normalerweise zur Verfügung stehender Substanzen) versucht werden, leider sind die Erfolge damit eher mäßig.
Zur Therapie weiter anhaltender Fu ß- bzw.
Fußsohlenschmerzen eignet sich die kontinuierliche Blockade des Nervus ischiadicus mit Katheter (*siehe unten).

Zu Fußsohlenschmerzen kann es auch aufgrund eines Senkfußes (= Abflachung des Fu ß-Längsgewölbes), Spreizfußes (= Fußfehlform mit Einsinken des Fu ß-Quergewölbes) oder auch Sen k-/Sp reizfußes kommen. Die Behandlung besteht in einer Verordnung entsprechender Schuheinlagen.

Bei der Mor ton-Neuralg ie handelt es sich um ein Nervenkompressionssyndrom (= ein Krankheitszeichen, das durch mechanischen Druck entsteht) der Plantarnerven (Nn. plantaris medialis et lateralis) (= Ner ven im Bereich der vorderen Fußsohlen).
Beklagt werden vorwiegend brennende, teilweise anfallsartig auftretende Fu ß- und Fußsohlenschmerzen im Bereich der vorderen Mittelfußknochen mit Ausstrahlung in die Nachbarzehen. Druck auf die (mehr vordere)
Fußsohle wirkt schmerzauslösend bzw. deutlich schmerzverstärkend. 
Ursächlich ist eine durch mechanischem Druck verursachte Nervenreizung, hpts. bei Sen k-/Sp reizfuß. Dabei kommt es zu einer spindelförmigen Auftreibung der beteiligten Ner ven, hervorgerufen durch eine Fib rose (= krankhafter Bindegewebsvermehrung infolge von Durchblutungsstörungen) in den beteiligten Blutgefäßen.

Therapie bei Mor ton-Neuralg ie
Zunächst wird der Orthopäde bei Sen k-/Sp reizfuß geeignete Schuheinlagen verordnen. 
Falls zur Behandlung die Verordnung von Schmerzmitteln notwendig wird, können sog. nichtsteroidale Antirheumatika
(NSAIDs) versucht werden, möglichst lang wirkende und magen schonende wie z.B. Mobec®. Besonders magenschonend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®) oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei eher anfallsartigen Beschwerdecharakter der Fu ß- bzw. Fußsohlen-Schmerz en im Sinne einer echten Neuralgie ist die Verordnung eines Antikonvulsivums (= ein Mittel gegen die Fallsucht, aber auch bei einem anfallsartigen Schmerz wirksam) angezeigt. Das Mittel der Wahl ist Carbamazepin (z.B. Tegretal®), öfters sind jedoch Gabapentin (Neurontin®) oder Pregabalin (Lyrica®) besser wirksam. Die Kombination mit Baclofen (z.B. Lioresal®) hilft Carbamazepin oder Gabapentin bzw. Pregabalin einzusparen.

Leider erweist sich die Krankheit trotz dieser Maßnahmen bisweilen als sehr hartnäckig. In diesen Fällen ist die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) in Form von wiederholten Betäubungen des Nervus tibialis (zwischen Innenknöchel und Achillessehne) mit jeweils 2-3 ml z.B. Bupivacain 0,25-0,5% hilfreich. 
Bei einem weiterhin bestehenden Schmerz kommt als nächst höhere Therapiestufe die kontinuierliche Blockade des Ischiasnervs (= dieser Nerv versorgt auch die Fußsohlen) mit Katheter (*siehe unten) mit gutem Erfolg zum Einsatz. 

Die Fußschmerzen bei der Ery thromelalgie sind gekennzeichnet durch brennende, schmerzhafte Sensationen im Bereich der ße einschl. Fußsohlen, aber auch Hände. Wärme verstärkt die Beschwerden. Die Schmerzbereiche sind häufig gerötet, teilweise aber auch zyanotisch (= bläulich verfärbt), was dann zu einer Verwechslung mit der Raynaud Krankheit führen kann. Manchmal treten auch Ödeme (= krankhafte Flüssigkeitsansammlungen) auf.

Fußsohlenschmerzen (chronische) hervorgerufen durch einen Fersensporn:
Beim unteren Fersenspor n (auch plantarer
(= die  betreffend) Fersenspor n genannt) befindet sich die Exostose (= dornartiger Knochenauswuchs) an der Unterseite des Tuber calcanei (= Fersenbeinhöcker). Dann gibt es noch den "Aponeurosensporn" (= Sporn an einer Sehnen platte) am Ursprung der kleinen Fuß muskeln und weiter vorne den "Ligamentsporn" (= Sporn an einem Gewebsband) als Überlastungsschaden infolge Senkung des Fußgewölbes.
Der hintere
Fersenspor n am bzw. vor dem Achillessehnenansatz, auch als Haglund Ferse bezeichnet, führt eher selten zu Fußsohlenschmerzen.

Patienten mit Fer sen- / Fußsohlenschmerzen kommen meist erst zum Schmerztherapeuten, wenn ein chirurgischer Behandlungsversuch (z.B. Abtragung der Exostose (= Knochenauswuchs)) oder eine Behandlung mit Röntgenstrahlen keine Schmerzlinderung brachte.
Manchmal ist in diesen Fällen eine deutliche Besserung durch die Iontophorese
(= Einbringen eines Arzneimittels durch die Haut mittels elektrischem Strom) (z.B. mit Diclofenac) zu erzielen. Auch eine Magnetfeldtherapie kann hilfreich sein.
Mit der
therapeutischen Lokalanästhesie kann das Schmerzproblem oft erfolgreich gelöst werden. Die Infiltration mit einem Lokalanästhetikum (auch mit Kortikoidzusatz) ist allerdings relativ schmerzhaft und eignet sich deshalb kaum zur serienmäßigen, wiederholten Anwendung.
Besser sind wiederholte Blockaden des N. ischiadicus, in hartnäckigen Fällen optimal kontinuierlich mit Katheter (*siehe unten).

Auch ein Morbus Sudeck kann zu heftigen Fu ß- und auch Fußsohlenschmerzen führen.
Zu dieser Krankheit kann es nach jeder Arm - oder Bein verletzungen kommen. Die Pathogenese (= Krankheitsentwicklung) ist unbekannt. Die Patienten klagen über einen diffusen, heftigen und brennenden Schmerz, ähnlich wie bei einer Kausalgie (= Schmerz nach Nervenverletzung). Aufgrund der Zirkulationsstörung sind die betroffenen Partien meist bläulich livide verfärbt und ödematös (= aufgequollen) verändert. Beteiligte Gelenke versteifen. 
Die Art der Gewebsveränderung läßt an eine lokal begrenzte vegetative Entgleisung denken (Debrunner 1988). 
Besonders gravierend ist diese Krankheit im Bereich der
Hand, weil sie dort häufig zur Invalidität führt. 
Auf dem Röntgenbild sieht man eine typische, fleckige Osteoporose. Im Bereich der unteren
Extremität (= B ein) tritt der Mor bus Sud eck bevorzugt im Bereich der Hüfte, des Knie s und des Fußes auf.
Weitere Informationen zu dieser Erkrankung finden Sie auf der Internetseite www.sudeck-dystrophie.de

* Bei der kontinuierlichen Blockade des Nervus ischiadicus wird ein dünner Kunststoffschlauch von der Oberschenkel rückseite her dicht an den Nerv eingeführt. Die Einpflanzung erfolgt nahezu schmerzfrei durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Nach längerer Therapiedauer (z.B. 2-3 Wochen) verbleibt in den meisten Fällen deutliche Schmerzlinderung, oft aber auch Schmerzfreiheit.
Dieser anhaltende Effekt über die Behandlungszeit hinaus ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerz en, die durch entzündliche oder auch degenerative (= abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, hilfreich ist. 
Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche Behandlung auch das „Schmerzgedächtnis“ im Gehirn zu löschen.

Aktualisiert: 23.05.2006 k u
A
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C
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